Die EO 2010, das sportliche internationale Highlight in unserem Sportjahr - und zugleich das nasseste. Dieses Jahr war dieses wundervolle Turnier in Tschechien, genauer gesagt in Liberec, nahe der polnischen Grenze zu Gast. Wir fuhren Mittwochs abends los, nach dem Kampf, alles in den Transporter zu bekommen was rein sollte (Anm.: Ich bin Tetris-Meister ;-) ). Die 750 km Anreise unterbrachen wir in der Hälfte mit einem kurzen Aufenthalt in Riedelhof bei Klaus und Susanne.
Am Donnerstag mittag fuhren wir dann den Rest der Strecke. Ausgetragen wurden die Wettkämpfe in dem Sportzentrum der Stadt Liberec, hier wird 2012 auch die Agility-WM ausgetragen. Nachdem sich der Kontakt mit dem Organisator schon im Vorfeld als schwierig gestaltete, sind wir eigentlich auf gut Glück mit Stand hingefahren und hatten nach einigen Diskussionen auch einen Stellplatz im Stadion für den Wohnwagen. Also an dem Abend noch den Stand aufgebaut und tot ins Bett gefallen. Unser Training hatten wir Freitags um 12 Uhr, Tierarztkontrolle um 15 Uhr, Emmas Läufigkeit wurde bestätigt und somit durfte sie am Schluss starten. Am Samstag nicht gerade von Vorteil, denn es begann Freitags nachmittags wie aus Eimern zu schütten. Und es wurde auch nachts nicht weniger. Der Rasen im Stadion - eigentlich ein idealer Untergrund - konnte diese Wassermassen nicht aufnehmen. Tess war gleich zu Anfang der zweiten Gruppe mit ihrem Individual-Lauf dran, Djeff in der ersten Gruppe. Gerade die Anfangs-Sequenz war eine echte Herausforderung. Bereits nach der ersten Parcourbegehung hatte man schon Matsch an den Schlüsselsequenzen. Djeff ging leider auf die Wand (Video), Tess rutschte am Slalom-Eingang vorbei, später Dis durch meine Unkonzentriertheit (Video). Ich war 66. Starter und es hatte schon z. T. 5cm tiefe Wasserlachen, was besonders auf diesem Video schön zu sehen ist, Tess ist ziemlich zu Anfang dran: KLICK. Mir schwante nichts Gutes für meinen Lauf mit Emma, denn bevor sie dran war, kamen noch 300 Hunde.... Im Jumping-Parcour war es nicht ganz so schlimm, hatte aber z. T. auch knöcheltiefe Schlammlöcher. Djeff war Dis, Tess leider auch, weil sie eine typische Kelpie-Verleitung annahm. Außerdem wollte sie partout nicht in den Schlamm am Slalom - die kleine Prinzessin (Video). Tja und es regnete weiter. Gegen 15 Uhr wurden die A-Läufe unterbrochen. Es gab diverse Verletzungen bei Menschen, laut Hörensagen auch bei einigen Hunden, dass nicht mehr passiert ist wundert mich fast. So hat man darüber nachgedacht, den Parcour zu versetzen, dann aber beschlossen zu versuchen, den Boden etwas zu verbessern. So wurde ersteinmal schubkarrenweise Wasser abgetragen, bevor Sand im Massen wieder aufgebracht wurde. Es war besser, aber nur eine Steigerung von katastrophal zu nicht zumutbar. Und dann kommt sie, die Diskussion ob man jetzt starten soll oder nicht. Tja, aber es ist nunmal die EO und nicht das Turnier in Hintertupfingen. Die Zonen waren aber gut und ich nahm mir vor den Hund einfach arbeiten zu lassen. Es hat sich auch bewährt, Emma ist genial gelaufen, leider ist die Mauer gefallen - ich wollte sie zu eng springen lassen, die Stegzone danach geht auf mein Konto, da habe ich sie nicht angesprochen. Die Zeit war sensationell. 0,6 Sekunden hinter dem siegenden Engländer der in der Gruppe der ersten 60 Teams am Morgen gestartet war. Das wäre Platz 6 gewesen....(Video). Aber das Publikum war wenigstens begeistert. Den Jumping durften wir noch vorher laufen. Leider den Slalomeingang nicht getroffen - das schiebe ich auf den Boden und danach im falschen Tunnel verschwunden - war sowieso egal (Video). Zum Glück hörte es am nächsten Tag auf zu regnen und die Team-Läufe konnten bei deutlich besseren Bedingungen absolviert werden. Tess schafft den Nuller im A-Lauf (Video), Krizta leider ein Fehler, Emma bekommt den Stegaufgang, ich bin so geschockt, dass ich sie danach ins Dis führe (Video), Djeff bespaßt sich selbst. Im Jumping läuft Djeff ordentlich (Video), Tess leider wieder Kelpie-Dis, die Schwierigkeiten kein Thema (Video), Emma fädelt zu früh aus dem Slalom aus (Video), Fleece ebenfalls. So landet unser Team glaube ich auf Platz 34. Tja, die Qualität der Starter war super, die Organisation nicht schlecht, aber einige Dinge haben mir nicht gefallen. Die Freundlichkeit der Tschechen war verbesserungswürdig. Der Rasen durfte nicht betreten werden, Zuschauen nur von der Tartanbahn oder Tribüne erlaubt. Das konnten sie dann aber ab dem Samstag Nachmittag nicht mehr durchsetzen, die Leute wollten ja auch was sehen. Strom für die Camper mehr weg als da, der Sandplatz war eine Geröllhalde, sodass das Fixieren von Zelten etc. unmöglich war. Flutlicht war nicht vorhanden, das Medium Finale konnte gerade noch in der Dämmerung beendet werden, Large war dann Sonntags im Anschluss an die Team-Läufe. Die Lautsprecheranlage hätte man sich auch sparen können.... Englich sprechende Helfer z. T. Mangelware. Ich hoffe, dass da noch einige Verbesserungen bis zur WM vorgenommen werden. Nächstes Jahr in Österreich wird ja nur Emma am Start sein, ich hoffe, dass wir es dann ins Finale schaffen.


